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Das Angebot der
Sichtweise des
gebürtigen Freiburgers
Günter H. Baumgarten
entzückt den Betrachter
durch die Aufnahmen von
Treppenhäusern aus aller
Welt. Der studierte
Physiker, der sich mit
Raumakustik in der
Architektur beschäftigt,
nutzt die Treppen statt
Fahrstühlen und entdeckt
so die besondere
Bauweise und
Materialvielfalt
vergangener Epochen. Die
Ästhetik dieser
architektonischen
Alltags- und Glanzstücke
mindert nicht die
Funktionalität der
Treppen, sondern
steigert das
Wohlbefinden bei deren
Benutzung. Der Mensch
wird gerne in Bewegung
versetzt, auch über
viele Etagen. Die
einzigartigen
Forografien wurden in
Gebäuden und
Freiluftanlagen in
Marrakesh, Barcelona,
Paris, Madrid, Wien,
Hamburg, Berlin, Köln
und Augsburg aufgenommen
sowie weiter in der
Schweiz, Finnland und
Schweden. Diese
Bildwerke, gedruckt auf
Leinwand, sind mit
künstlerischem Blick
entstanden und gehen
über die reine
Dokumentation hinaus.
Sie geben archaische
Formen wie Spirale,
Kreis, Oval und
Viereckvariationen zur
Kenntnis, die in allen
Kulturen verwendet
werden.
Bei Doris Nickert aus
Altenheim finden sich
auf ihren Leinwänden
oder Papiergrundlagen
diverse Schichten
anderer Papierarten.
Diese stammen aus
historischem Altpapier,
Illustrationen, Karten,
Plänen, Zeitschriften,
Zeitungen und
selbstgefertigten
zerteilten
Büttenmalereien. Dadurch
erzeugt sie meisterliche
Collagen verschiedener
Inhalte. Sie montiert
die ausgeschnittenen
Teile als Motive für
Überarbeitungen alter
Bildaussagen oder
vollkommen neuer
Botschaften. Die
Bandbreite gereicht von
gesellschaftspolitischen
Sujets wie Emanzipation
oder Naturbewahrung bis
zur absoluten
Abstraktion. Diese zeigt
sie als grafisch
aufbereitete Konstrukte
mit unterschiedlicher
Dynamik im Duktus.
Sparsame Verwendung von
Farbe bei den Collagen
ergibt leichte, fast
schwebende Bildwerke.
Das Besondere daran sind
die vom Ehemann
gefertigten Holzleisten
mit Fadenaufhängung, die
diesen Eindruck noch
verstärken.
Satte
Farbaufträge kommen bei
Doris Nickerts
quadratischen
Leinwandbildern zu Tage.
Die sind alle gemalt und
erzählen von
heimatverbundener Natur
und dem Brauch
tradierter Sitten. Somit
beschließt diese
Ausstellung im
Zusammenspiel eine
Würdigung der Baukunst
und des Lebens mit ihr.
Text: Anita
Frei-Krämer |